Künstler zum Kennenlernen: Alle 14 Tage neu

Lukas Schneeberger, St. Gallen (SG)

Wer Lukas Schneeberger ist: 1983 geboren in Zürich, aufgewachsen in Fasnacht/ TG. Seit 2004 arbeitet und lebt der künstlerische Autodidakt in St.Gallen. Website Lukas Schneeberger

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Lukas Schneeberger über sein künstlerisches Arbeiten:

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand freiwillig malt oder zeichnet. Bei mir ist das ein innerer Zwang zu arbeiten. Ich arbeite 100% in meinem Tagesjob und muss danach noch ins Atelier arbeiten gehen. Die Meisten meinen immer, Malen sei eine Freude und ein Hobby. Es ist aber mehr ein innerer Zwang- ein Müssen. Malen ist körperlich und kognitiv anstrengend. Der Prozess ist kein angenehmer.

Da bei meinen Arbeiten alles schnell gehen muss und ich das Material verschwenderisch in grossen Mengen verwende, arbeite ich hauptsächlich mit Dispersion und Spraypaint und Acryl.“

 

Johanna Klasing, St. Gallen (SG)

Wer Johanna Klasing ist: geboren am 11. November 1956 lebt und arbeitet die Künstlerin heute in St. Gallen. Sie ist freischaffende Schriftstellerin und bildnerisch tätig. Mehr zu Johanna Klasing hier

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Zum Werk: Klip-Klap ; zeigt verschiedene Perspektiven eines Vorganges, den des Schaukelns. In einer seriellen Abfolge einzelner Bilder wird so die Bewegung zeichnerisch sichtbar gemacht. Dabei wird ohne Absicht die Empfindung von Raum neu definiert.

Ausstellungshinweis!

Noch bis zum 31. Januar 2016 stellt Johanna Klasing übrigens in Arbon aus. Hier der Informationsflyer zur Ausstellung mit allen Daten artmove

Sylvia Geel, Heiden (AR)

Wer Sylvia Geel ist: Seit 2005: Lehrauftrag, Illustration, Schule für Gestaltung, St.Gallen. Seit 2004 Fachexpertin Aufnahmeprüfung Fachklasse Grafik, Schule für Gestaltung, St.Gallen. Seit 2003 Fachexpertin Grafiker-Lehrabschlussprüfungen, St.Gallen. 2002 
Pädagogisch-künstlerische Projektarbeit, Jugendstätte Bellevue, Altstätten. Seit 1990 freischaffende Illustratorin und Grafikerin. Seit 1987 freischaffende Künstlerin, vorwiegend Malerei. Mehr Infos unter Sylvia Geel im Künstlerarchiv

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-Zum Bild: «devotio» –  das bedeutet Hingabe.Sich hingeben, unreflektiert, in gutem Glauben, vertrauensvoll.Hinnehmen – in sich aufnehmen, schlucken. Die ganze Serie besteht aus 40 Bildern. Sie stehen symbolisch für Menschen, die sich für eine Ideologie, bis hin zu Fanatismus, hingeben.

Ausstellungen: (Auswahl) 2014 Einzelausstellung Spital Heiden. 2013 Einzelausstellung Kultur im Bahnhof, St.Gallen. 2012 Einzelausstellung Frauenbibliothek Wyborada, St.Gallen. 2010 Gruppenausstellung art-trogen, Trogen. 2010 Gruppenausstellung Galerie Margrit Oertli, St.Gallen. 2009 Gruppenausstellung Fabrik am Weiher, Zwillikon. 2007 Einzelausstellung Galerie vor der Klostermauer, St.Gallen

…und ein Interview

Andrea Giuseppe Corciulo (SG)

Wer Andrea Giuseppe Corciulo ist: 1972 geboren. In Teufen aufgewachsen. Lebt und arbeitet heute in St.Gallen. 1994-1998 besuchte er die Höhere Schule für Gestaltung.

Auszeichnungen und Preise (Auswahl): 2008 Förderpreis der Stadt St.Gallen ; 2007 Förderpreis UBS Kulturstiftung; 2006 Atelierstipendium in der Cité International des Arts, Paris; 2005 Atelierstipendium in Rom, Kanton St.Gallen; 2002 Werkbeitrag des Kanton St.Gallen. Mehr über ihn auf Tumblr: Website

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Zum aktuellen Projekt „floating“: 

„floating“ lautet der Titel des neusten Projekts von Andrea Corciulo. Für seine aus mehreren Werken bestehende Serie löst der Künstler die klassische Papiercollage aus der 2-Dimensionalität auf und überführt sie in eine 3-dimensionale Wahrnehmung. In mehreren Arbeitsschritten inszeniert und fotografiert er die Collage. Das Endprodukt ist ein Fotoabzug, die Originalcollagen werden zerstört. Mit einer besonderen Art der Beleuchtung erzeugt der Künstler Schatten, welche die einzelnen Bildelemente in den Zustand des Schwebens zu versetzen scheinen.

Aktuell zeigt der Künstler „floating“ im Projektraum Nextex im Rahmen einer Gruppenausstellung mit Rahel Müller und Simon Gehrig. Noch bis 26.November.

Claudia Valer, St. Gallen (SG)

Wer Claudia Valer ist: geboren 1974. Bis 1987 in Spanien aufgewachsen. Ab 1996, nach Abschluss des Lehrerseminars, bis 2005  längere Aufenthalte in Peru. Lebt und arbeitet seit 2005 in St. Gallen. 2005 – 08: Studium von Vermittlung von Kunst und Design an der ZHdK. Website von Claudia Valer

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Claudia Valer ( ohne Titel), 2015

Zum Werk: Claudia Valers Arbeiten sind meist Werke in Öl auf Leinwand und realistisch (surrealistisch) gehalten. Dabei dienen fotografischen Vorlagen (eigene Fotos, Zeitungsbilder) als erste Inspirationsquelle und Ausgangspunkt. Ihre Themen kreisen um den Menschen, seine Realität, sein Denken und stellen diese Motive ins Zentrum.

 „Claudia Valer über die Entstehung des Werkes: 

„Dieses Bild stammt aus einer Serie, in welcher alle Bilder auf Zeitungsfotos basieren. Ich kaufte an dem Tag, an dem ich mit einem Bild begann, eine Tageszeitung. Aus dieser Tageszeitung kombinierte ich verschiedene Bilder miteinander. Themen, die angeblich nichts miteinander zu tun haben, treten im gemalten Bild neu in Verbindung zueinander. Bei den meisten Bildern waren es zwei Zeitungsfotos. Bei diesem Bild sind es vier. 
Die Tagespresse interessiert mich seit längerem. Einerseits finde ich die Frage interessant, wie Themen für die Zeitung ausgewählt werden. Wer bestimmt wann und weshalb Themen und Ereignisse, die relevant sind, für wen? Die Zeitungen sind voll von Kriegen, Epidemien und anderen schlimmen Zuständen. Wie können wir Leser das alles verkraften? Die Zeitung wird gelesen, nach einigen Artikeln ist man kurz sehr betroffen, man blättert weiter, ist erneut erschüttert, traurig, nachdenklich, betroffen, man blättert weiter, liest weiter. Und legt die Zeitung zum Schluss ins Altpapier. Das war’s.
Beim Malen mit Öl gebe ich gewissen Themen mehr Zeit. Die unterschiedlichen Themen, welche in der Zeitung behandelt werden, haben oft mehr miteinander zu tun als auf den ersten Blick sichtbar ist. Durch die Kombination im Bild treten sie in eine andere Dimension, über das Tagesthema hinaus.“

 

Simon Gehrig (AI)

Wer Simon Gehrig ist: 1979 geboren, 1999 Berufslehre Elektroinstallateur, 2013 HF Bildende Kunst St.Gallen, 2012 bis 2015: Ausstellungen in St. Gallen, Herisau, Zürich-  Mehr zu Simon Gehrig.

 

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Das sagt Simon Gehrig über seine Arbeiten:

„Ich widme den Schicksalen Zeit und Energie. Picke einzelne Menschen heraus und gebe ihnen eine Bühne. Der Mensch sieht einen Augenblick lang zu mir herüber, fragend, sagend, stumm. Er ist in diesem Moment, wie er ist, hat vieles hinter sich und erzählt davon. Er ist präsent. Der Schwarz/Weiss Kontrast soll die Essenz und Grundaussage verdeutlichen. Die Menschen heben sich vor dem neutralen Hintergrund ab und wirken verhärtet, anonymisiert. Sie stehen im Schatten der Ereignisse. Sie blicken aus dem Schatten ihrer Geschichte in unsere behütete Welt herüber.

Ich setze mich Fragen aus, die das Miteinander betreffen. Was soll ich tun? Inwieweit bin ich verantwortlich für andere Leben?“

 

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Alessandra Beltrame sagt über sich:

Der Kern meiner Kunst sind die Grundprinzipien von Demokratie und Freiheit. Die Projekte und Installationen entstehen meist vor Ort. Es braucht Zeit, um Kunst von Hand herzustellen. Und es braucht meine Anwesenheit als Künstlerin, als Mensch. Diese „Präsenz“ vor Ort verleiht meinen Arbeiten eine Dimension der Tiefe.

Website Alessandra Beltrame

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REFUGEE BOAT 2015. Installation (aus Gras) , Ausschnitt, Salem Art Works NY 2015

Jeder einzelne Grashalm ist ein Mensch.

In einem Boot, in einem Ozean,

in eine andere Zukunft.

 

 

 

 

Leo Braun, St.Gallen (SG)

Wer Leo Braun ist: Geb. 1942 in Flawil. Literargymnasium, Matura, Studium mit Auslandsemester in Paris, Sekundarlehrer und anschliessend hauptamtlicher Dozent für Französisch und Fremdsprachdidaktik an der PHSG. Parallel dazu künstlerisch tätig, viele Jahre nur zeichnend, dann auch malend. Akt- und Portraitzeichnen in St. Gallen,  Zürich und Paris. Als Doppelbürger (CH/F) regelmässige Reisen und Aufenthalte in Frankreich. Ausstellungen im In- und Ausland. Mehr dazu unter Leo Braun

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Zu seinem Werk: “Leo Brauns Bilder sind ein Plädoyer für Bedächtigkeit…….Die Bilder forschen ihre Figuren nicht aus, sie belassen sie in ihrer Abgewandtheit, ihrer Versunkenheit, in ihrer Welt. Die Bilder wahren ihren Figuren gegenüber jederzeit den Respekt, der diesen zusteht….” (Andreas Härter)

“Sein Interesse liegt nicht auf der surrealen oder schockierenden Wiedergabe von Menschen und Dingen. …Zwar stellt man fest, dass die Werke der impressionistischen Thematik nahestehen; in ihren Aussagen zielen sie jedoch in eine völlig neue Richtung. Die fröhliche  Unverbindlichkeit….ist einer neuen Tiefe gewichen. Die Menschen…. sind … vor allem in sich gekehrte Individuen, die für einen kleinen Augenblick in ihre eigene,  abgeschiedene Gedankenwelt versunken sind.” (Dorothee Haarer M.A.)

 

Christian Lippuner, Kreuzlingen (TG)

Zum Künstler: Christian Lippuner wurde 1947 in Grabs geboren. Heute lebt und arbeitet er in Kreuzlingen. 2002/2003 Beginn der freien künstlerischen Arbeit in Mannenbach/TG, noch ohne Atelier.
2003 Herausgeber und Initiator der „Blätter aus der Hintergasse“. 2007 Aufnahme beim Berufsverband visueller KünstlerInnen der Schweiz (Visarte).2011 Beginn mit dem Holzschneiden, Radieren und Drucken. 2012 Aufnahme in die Gruppe Xylon Schweiz. 2013 nicht juriert zur Werkschau Kanton Thurgau 2013. 2015 Einladung zur Teilnahme an der internationalen 20. Triennale in Grenchen /CH. Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen. LippunersArbeiten sind zudem in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Website Christian Lippuner

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Zum Werk: „Luzifers List“, 2015, Öl und Acryl.

Ein mysteriöses Figurenpaar, prominent platziert, dominant im Bild. Quasi vordergründig im Hintergrund. Es ist tiefe Nacht. Eine berüchtigte Lichtgestalt, dahinter ein suspekt wirkender Souverän der Finsternis? Listig wohl beide, zwielichtig jedenfalls, allmächtig erscheinend. Ist Luzifer eine, die dritte Grösse? Autonomie beanspruchend, eigennützig. Zugleich symbiotisch, undurchsichtig in seiner Transparenz. Unberechenbare Intriganten, eiskalte Taktiker, dubiose Machthaber, graue Eminenzen, die für Kalkül, vielleicht sogar für Grössenwahn stehen? Am unteren Bildrand eine beschattete, aber durchscheinende Häuserzeile, ausgehöhlt, mit vor sich hin glotzenden Fensteraugen. Ein kleiner vitaler Wolkenkratzer reiht sich ein, steht fast schon in Opposition zu dieser Götterdämmerung. Als grünes Weltgebäude ragt er leuchtend aus dem Schmelztiegel andauernder Knechtung, aus einem unwirtlichen Alltag. Hier mag es uns fluoreszierender Hoffnungsträger am vorgeschobenen, am naheliegenden Horizont werden.


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