Beiträge

Mystisches im neuen Nextex

Winterlich, vielleicht auch übersinnlich und auf alle Fälle ganz dem Übergang geweiht wird es demnächst im Ausstellungsraum Nextex. Mit der Ausstellung „Raunächte“ läutet die etablierte St.Galler Ausstellungsplattform das Jahresende ein – und zugleich auch einen Neuanfang. Denn Nextex ist gezügelt: Vom Blumenbergplatz an die Frongartenstrasse 9. Man darf neugierig sein…also nix wie hin zur Vernissage: am 15.12. ab 19 h!

Der Name Raunacht leitet sich einerseits von «Rau» ab, wird anderseits aber auch oft auf den Rauch, das Räuchern bezogen, das in den Nächten um den Jahreswechsel herum gepflegt wird, um die Dämonen zu vertreiben. Es ist eine Zeit des Übergangs. Voller Rituale, Symbolik und übersinnlichen Kräften. Man  überdenkt die Existenz, legt Altes ab und erwartet Neues – oft hoffnungsvoll.
Die Künstler Stefan Inauen, Kasia Maksymowicz und Michael Zellweger beschäftigen sich in der aktuellen Ausstellung – so verrät der Flyer – eigenwillig und in unterschiedlicher Art und Weise mit Existenz und Lebenssystemen.

Klingt allemal spannend und überraschend. Mal schauen, was man dann konkret an der Vernissage zu Gesicht bekommt und wie die Verbindung zwischen den gezeigten Arbeiten und dem Thema „Raunächte“ gelingt.

Hier schon mal ein paar Impressionen – sozusagen durchs Schlüsselloch gelinst…

img_0202

img_0200

img_0203

 

Wer nun wissen will, von welchem der mitwirkenden Künstler welche Arbeit ist… tja: der muss schon selber in die Ausstellung gehen, um die Auflösung zu erhalten.

Wie immer haben sich die Nextex-ler auch wieder ein ansprechendes Rahmenprogramm ausgedacht, welches jeweils donnerstags während der Ausstellungsphase läuft.

Hier die Raunächte-Daten vom 15.12.2016 bis 27.01.2017

Nextex, Frongartenstrasse 9, 9000 St. Gallen

Do · 15. Dezember 19 Uhr
Eröffnung an der Frongartenstrasse 9
Kristin Schmidt lädt ein zum Künstlergespräch
Do · 22. Dezember 19 Uhr
Definitiv Nacht!
Über Bücher und Graphik, worin die Sonne zum letzten Mal untergeht.
Textur und Projektion von Rainer Stöckli
Do · 5. Januar  19 Uhr
Neujahrsapéro
Do · 12. Januar 19 Uhr
Desire machines
mit Vasily Shmyrev und Kasia Maksymowicz
Do · 19. Januar 19 Uhr
Ausräuchern
Im alten und neuen Nextex wird ein- und ausgeraucht.
Fr · 27. Januar 19 Uhr
Finissage
Lesung mit Tim Krohn

mmm
Die Ausstellung ist jeweils geöffnet
Di & Do – 13 – 16 h
Do 19 – 22 h

„Schnee Schaufeln“: Christian Hörler in der Kunsthalle Ziegelhütte

Er ist einer der wirklich spannenden jüngeren Künstler hier in der Ostschweiz – und schon lange kein Unbekannter mehr: Die Rede ist von Christian Hörler. Nun realisiert der in Wald lebende Kunstschaffende eine sich über drei Stockwerke ziehende Ausstellung. Zu sehen sind die zwei- und dreidimensionalen Arbeiten unter dem Titel „Schnee Schaufeln“ ab 27. November in der Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell. 

Tatsächlich sollte man die verschiedenen Werke jedoch nicht als „Einzelteile“ verstehen. Vielmehr, so informieren die Veranstalter „(..realisiert Hörler) einen vielteiligen raumbezogenen, plastischen, malerischen und zeichnerischen Werk-Weg“.

gross

Zu sehen in der Ziegelhütte…

Gegenwärtige Kunsttechniken, althergebrachtes Handwerk, persönliche Eindrücke und existentielle Überlegungen vereint Hörler innerhalb der Ausstellung in einem vielschichtigen Spannungsfeld. Detaillierte Informationen zum Schaffen Christian Hörlers mit zahlreichen Bildern und Texten liefert seine Website

christian

Hörler beim Einrichten einer Ausstellung im Frühling 2015

Hingehen, würde ich meinen! Zum Beispiel an die Vernissage am 26. November um 17 h. Oder während der regulären Öffnungszeiten. Die Ausstellung läuft übrigens bis zum 19. März 2017.

Hier die  Daten:

November – März
Di – Sa: 14 – 17 Uhr
So: 11 – 17 Uhr

Ziegeleistrasse 14, 9050 Appenzell
Tel +41 71 788 18 60
Fax +41 71 788 18 61
info@kunsthalleziegelhuette.ch

 

Bilder:
http://www.christianhoerler.ch/ (C) Fabien Diem  am 23.11.2016
http://www.nextex.ch/rueckschau/articles/kit.html am 23.11.2016

Hans Thomann, St.Gallen (SG)

Wer Hans Thomann ist: Hans Thomann wurde 1957 in Uzwil geboren. 1981 absolvierte er in Salzburg die Meisterklasse bei dem renommierten italienischen Künstler Mario Merz, einem der wichtigsten Vertreter der arte povera. Sechs Jahre später erhielt Thomann den Förderpreis der Stadt St. Gallen. Weitere Auszeichnungen und Stipendien folgten. So zum Beispiel 1990 der Kunstpreis der Stadt Konstanz oder 2004 ein Werkstipendium für Amsterdam. Heute lebt und arbeitet er als Bildhauer, Maler und Zeichner in St. Gallen. Im Zentrum seiner Werke, die regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen sind, steht der Mensch und dessen Erscheinung. Ihn analysiert und hinterfragt Thomann auf unterschiedlichste Weise.

Mehr Informationen und Details zu Hans Thomann finden sich auf seiner Website

Technik: Fliegenklatsche, Supermantorso, Farbe Grösse: 46cm x 9cm x 6cm Entstehungsjahr: 2016

„Treffer“ (Fliegenklatsche, Supermantorso, Farbe) Grösse: 46cm x 9cm x 6cm, Entstehungsjahr: 2016 – Multiple Auflage 12 Stück

 

Hans Thomann über „Treffer“

‚Treffer‘ ist eine kleine, unaufdringliche Arbeit, in der aber doch viele Gedanken stecken und die durchaus mit Humor aufgefasst werden darf. Hier einige Überlegungen dazu:

„Superman“ kommt bei mir in meinen Arbeiten immer wieder vor. Denn ich beschäftige mich ganz grundsätzlich mit diesem Motiv – mit „Supermännern“. Mit den Fähigkeiten des Übermenschlichen, des Heilens, des Glückbringens und so weiter. Weiter gedacht ist beispielsweise auch Jesus etwas wie ein Superman. Und dann stellt sich die Frage: Wie gehe ich mit diesem Symbol um? Denn offensichtlich ändert es sich ständig….und steckt nicht selbst in jedem von uns ein „Superman“? Eine Superfrau?

Ausserdem ging es mir bei „Treffer“ um das Spiel mit den Grössenverhältnissen. Die recht kleine Fliegenklatsche, die eigentlich dazu dient, Fliegen den Garaus zu machen, will jetzt dem übermächtigen – aber hier physisch winzigen – Superman ans Leder. Des Weiteren entscheidet sie über so etwas Grosses wie Leben und Tod. Aber was geschieht? Superman schafft den Durchbruch! Die Fliegenklatsche wird ihres Sinnes beraubt. Kann das bedeuten, dass Fliegenklatschen tatsächlich ziemlich sinnlos sind? Jeder, der meint, er erlege eine Fliege und habe dann endlich seine Ruhe,  ist Opfer einer Illusion. Denn die nächste Fliege schwirrt schon heran. Und die übernächste. Und die überübernächste…es geht also darum, nicht der Fliege ein Ende zu bereiten, sondern seine Haltung (ihr gegenüber) zu ändern. Die grössere Botschaft dahinter könnte sein: Übe mehr Gelassenheit in Situationen, die du kaum beeinflussen kannst.“

 

Ralf Fitze, Flawil (SG)

Wer Ralf Fitze ist: Fitzes künstlerisches Schaffen entwickelte sich auf Umwegen, beginnend mit einer Ausbildung zum Mühlenbauer im Jahr 1990. Intensive Jahre als Monteur und Chefmonteur für Müllereianlagen folgten. Es folgten Jahre mit erfahrungsreichen Montageeinsätzen weltweit, die jedoch stets die Frage offen liessen: Was ist mit der Kunst? Der Drang nach kreativer Freiheit wuchs. Fitze erfüllte sich diesen Wunsch schliesslich mit einer eigenen Werkstatt. Hier entstanden die ersten Werke aus Stahl. Die Montagetätigkeit und das künstlerische Schaffen standen damals gleichrangig nebeneinander.

2001 stiess Fitze bei einem Montageauftrag in einer Grossbäckerei auf ein verboge­nes Backblech, das entsorgt werden sollte. So kam es zum ersten Kontakt mit seinem heutigen Lieblingsmedi­um, dem Aluminium. Fitze nahm das Blech mit in seine Werkstatt und machte Versuche, wie sich das Material künstlerisch bearbeiten liess. Dabei erkannte er rasch die unbegrenzten Formungsmöglich­keiten dieses Metalls. Heute, über 15 Jahre später, erschafft Fitze noch immer die meisten seiner Skulpturen und Objekte aus gebrauchten Aluminiumbackblechen.

Mehr über den Künstler erfährt man auf seiner Website.

bildfitze

„Dignatio Vegrandis“: Skulptur aus Aluminium-Backblechen

 

Zum Werk Dignatio Vegrandis

Dignatio Vegrandis eine monumentale Skulptur, die Ralf Fitze für das neue Kornhaus der Zürcher Swissmill als Auftragsarbeit erschaffen hat. Das Werk stellt – immens vergrössert und auf Grundstrukturen reduziert – die innere Struktur eines Weizenkorns dar.

Das Weizenkorn als Bezugspunkt

Solche winzige Struktur erfasst das menschliche Auge normalerweise nur unter dem Rasterelektronenmikroskop. Die­ses ist in der Lage, Makrophotographien kleinster Strukturen anzufertigen. Die Makrophotographie eines gebrochenen Weizenkorns diente Fitze als inspirativer Bezugspunkt für seine Skulptur. Ein in der Realität lediglich 45 Mikrometer grosser Ausschnitt einer im Weizenkorn verborgenen, amor­phen Struktur wurde von Ralf Fitze um das 100’000-fache vergrössert. So entwickelte er eine 4,5 m lange, ca. 2,7 m hohe und rund 3,4 m breite organisch anmutende Arbeit. Als selbsttragende Konstruktion zeigt sie die vereinfachte Gitterstruktur des Weizenproteingefüges, wobei die imaginären Stärkekörner in den Öffnungen sitzen würden. In letzter Konsequenz versinn­bildlicht Fitze damit nichts grösseres oder geringeres als Mehl.

Hier finden sich detaillierte Informationen zu „Dignatio Vegrandis“ zum Downloaden: Zur Bedeutung des lateinischen Werktitels, Material & Technik sowie zum interpretatorischen Gedanken dahinter: dignatiovergrandis

Sonja Hugentobler, Trogen (AR)

Wer Sonja Hugentobler ist: Sonja Hugentobler wurde 1961 in Chur (GR) geboren. Ihr Wissen und ihre Fähigkeiten über Malerei hat sie hauptsächlich als Autodidaktin erworben. Sie lebt und arbeitet seit 2006 im Palais Bleu, Trogen und ist seitdem hauptberuflich als Künstlerin in den Sparten Malerei und Installation tätig. Ihre Bilder wachsen vereinzelt über den Bildrand hinaus, zur Installation des unmittelbaren Aufenthaltsortes. In den letzten Jahren konnte sie raumgreifende Projekte im privaten und öffentlichen Raum realisieren, z.B. Installative Wandmalereien im Haus Impuls, Wohnen im Alter, Wetzikon (CH), an der Freien Schule Anne Sophie, Berlin (DE)  sowie im Projektraum Nextex, St. Gallen (CH). Ihre Bilder zeigt sie an Einzel- und Gruppenausstellungen.

Mehr Informationen findet man auf Sonjas Website

dscf3173

House, 2016, Öl auf Leinwand, 100 cm x 100 cm

 

“ Räume sind Lebewesen“ (Sonja Hugentobler)

Das sagt die Künstlerin über ihr Werk

„Bei einzelnen Bildern arbeite ich im Wesentlichen aus zwei Richtungen. Ich erfinde ein Bild nach den ersten, spontanen Farbschichten aus Erinnerung und Vorstellungskraft. Oder ich habe von Anfang an einen Plan, wie beim Bild House. Die Einfälle dazu kann ich nicht genau zurück recherchieren. Es ist jedoch immer eine angenehme oder unangenehme Betroffenheit und eine Frage, die mich dahinter antreibt. Auslöser sind Bilder aus Film und Presse, oder reale Begegnungen, für die ich später nach bestehenden Bildern suche und mit diesen, eine erneute Untersuchung mittels Malerei starte. Ich erforsche sogenannte Tatsachen auf ihre Konsistenz: Immaterielle Beschaffenheiten und konträre Aussagen. Dieser Prozess ist für mich abgeschlossen, wenn die scheinbar unbeweglichen Dinge in einen Schwebezustand geraten, in eine beruhigende, als auch unberuhigende neue Ästhetik. Die Malerei ermöglicht mir Räume als bewegte Lebewesen zu sehen, veränderbar in alle Richtungen.

Das House ist hier ein Schwebezustand, ein Zelt für Urlauber, oder eine unstete Notunterkunft, vorübergehend stationär.“

Kontakt:

Sonja Hugentobler
Atelier Palais Bleu, Kantonsschulstrasse 6
9043 Trogen

 

Vorschau

  • Semifreddo / Raumlabortage, 17. – 19.11.2016, St. Gallen
  • Jährliche Atelierwerkschau 2017, Trogen
  • Gruppenausstellung 2017, Kunstraum Rorschach

Interessiert an den nächsten Anlässen? Dann einfach eine Mail senden an: sonja.hugentobler@bluewin.ch

alessandra beltrame (sg)

Alessandra Beltrame sagt über sich:

Der Kern meiner Kunst sind die Grundprinzipien von Demokratie und Freiheit. Die Projekte und Installationen entstehen meist vor Ort. Es braucht Zeit, um Kunst von Hand herzustellen. Und es braucht meine Anwesenheit als Künstlerin, als Mensch. Diese „Präsenz“ vor Ort verleiht meinen Arbeiten eine Dimension der Tiefe.

Website Alessandra Beltrame

_MG_2995

 

 

REFUGEE BOAT 2015. Installation (aus Gras) , Ausschnitt, Salem Art Works NY 2015

Jeder einzelne Grashalm ist ein Mensch.

In einem Boot, in einem Ozean,

in eine andere Zukunft.

 

 

 

 

„young artists on campus“ an der hsg (sg)

Jeder der in der Region lebt, hat schon von ihr gehört: Von der HSG St. Gallen. Was dennoch die wenigsten wissen ist, dass dort auch Werke weltbekannter Künstler ein Zuhause haben. Diese „Wissenslücke“ will die HSG nun schliessen.  Der Anlass „Intervention – Young Artists on Campus“ bietet vom 28.9. bis 2.10. Workshops, Gespräche und Führungen mit jungen Kunstschaffenden, die helfen, sich an das Thema „Kunst“ heranzutasten. Eine tolle Chance für Studierende, Dozierende und Bevölkerung, „ihre“ HSG mal ganz anders kennen zu lernen.

 

Christina Lüthy, Projektleiterin von „Young Artists“, hat ein bisschen über ihre Idee erzählt.

Wie kam es zu der Idee, eine derartige Veranstaltung durchzuführen? Wieso „Neulinge“ an Bord holen, wo doch internationale „Superstars“ in der Sammlung der HSG zu finden sind und man mit diesen grossen Namen auch Publikum anlocken kann? Christina Lüthy:  Die Idee für  die Intervention kam, weil die Kunst an der HSG in unseren Augen in der Öffentlichkeit aber auch bei den Studierenden zu wenig wahrgenommen wird. Wir wollten temporär jüngere Kunstpositionen an die Uni bringen, die etwas weniger „klassisch“ sind und sich mit ihrer Präsenz (Performances, Aktionskunst, Multimediale Installationen) stärker in den Alltag der Studierenden einbringen. So machen sie Kunst an der Universität als Ganzes sichtbar. Zudem wollten wir den Dialog über Kunst auf dem Campus anregen.

kunstsammlungen neu entdecken

Pressebild_intervention_OK

In der Einladung heisst es, man lädt zu „Neuentdeckungen“ ein. Was soll ich mir als Besucher/Teilnehmer darunter vorstellen?  Wir möchten es den Besucherinnen und Studierenden ermöglichen, die Universität und ihre bestehende Kunstsammlung neu zu entdecken und sie gleichzeitig für junges Kunstschaffen zu begeistern. Die Woche lädt mit seinem vielschichtigen Rahmenprogramm und insbesondere seinen Workshops zudem dazu ein, verschiedene Bezüge zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft zu erkunden und neue Antworten zu finden auf die Frage: Why Art?

 

Welche „Spielräume“ in Wahrnehmung und Denken – so heisst es auf dem Flyer – erhofft man sich idealerweise mit den Kunstinterventionen auf dem Campus zu eröffnen. Die vier Arbeiten, die von der Jury ausgewählt wurden, stellen implizit unterschiedliche Fragen: Was ist ein Künstler und wie entsteht Kunst? Wie produzieren wir Wert und woraus? Wann sind wir relevant? Was für eine Rolle hat eine Wirtschaftsuniversität heute in der Gesellschaft etc.? Wir erhoffen uns, dass die Besucher und Studierenden durch die Kunstinterventionen auf eine spielerische Weise dazu angeregt werden, neu über bestimmte Aspekte der Gesellschaft, der Wirtschaft oder des Lebens nachzudenken.

 

Für mehr Infos gibts hier das PDF zum Anlass: Programmflyer_intervention